CrowdWater Projekt
Kann man Katastrophen wie Trockenheit, Ernteausfälle oder Überschwemmungen vorhersagen? Welche Daten und Technologien benötigt man und wie können Sie Forschenden dabei helfen?
Die Frage nach der Vorhersage von Trockenheitsperioden und Überschwemmungen gewinnt angesichts der Klimaerwärmung und ihren Folgen für Mensch und Umwelt immer mehr an Bedeutung und steht im Fokus des CrowdWater Projekts. Weil Wasserstände sich laufend verändern – nicht nur am Flussufer sichtbar, sondern auch an der Bodenfeuchtigkeit zu beobachten –, braucht die Forschung so viele aufmerksame Augen wie möglich. Erfahren Sie hier, wie das geht und welche Rolle Sie und Ihr Smartphone dabei spielen können.
Das Wasser braucht den Menschen nicht.
Aber der Mensch das Wasser.
Darum brauchen wir dich.
Seiteninhalt
Einleitung
Wasserverteilung
Unser blauer Planet. Gerade mal 0.3% des Süsswassers auf der Erde findet man in Flüssen und Seen. Aber diesem kleinen Anteil kommt eine sehr grosse Bedeutung zu.
Wasser ist Leben
Pflanzen und Tiere brauchen Wasser. Und wir Menschen trinken es, wir waschen uns damit und wir brauchen es für die Herstellung von Lebensmitteln, die Stromproduktion und zum Transport von Waren.
Zu viel, zu wenig oder zu verschmutzt
Am einen Ort fehlt das Wasser. Trockenheit und Ernteausfälle sind die Folge. Am anderen ist es im Überfluss da und verursacht Überschwemmungen. Vielerorts ist es verschmutzt und deshalb unbrauchbar. Diese Extremen werden in Zukunft häufiger vorkommen. Der Klimawandel ist mit ein Grund dafür.
Wie geht die UZH das Problem an?
Je genauer wir wissen, wieviel Wasser es wann und wo gibt, desto verlässlicher können wir uns auf die zeitlichen und räumlichen Variationen einstellen. Gute Daten sind die Grundlage für die Planung – aber gerade an Daten mangelt es häufig. In vielen Regionen der Welt sind überhaupt keine hydrologischen Daten verfügbar; Messinstrumente, deren Installation und Wartung sind teuer. Aber hydrologische Modellierungen sind wichtig, um Extremereignisse unter Kontrolle zu halten. Die unabhängige und zuverlässige Erhebung hydrologischer Daten durch Bürgerinnen und Bürger ohne teure Messinstrumente: das ist es, was sich die Forschenden mit CrowdWater zum Ziel gesetzt haben.
Citizen Science
Die Bevölkerung forscht mit
Auch die Wissenschaft nutzt das Potential von Crowdsourcing – also Beiträge von freiwilligen Teilnehmenden zu einem bestimmten Thema. Man nennt dies Citizen Science. Citizen Science bezieht die Bevölkerung direkt in die Forschung mit ein. Dank Smartphones ergeben sich neue Möglichkeiten, wie Daten einfach erfasst, hochgeladen und gespeichert werden können.
Was kann Citizen Science?
Mittels Citizen Science können an vielen Orten viele Daten erhoben werden. Da an den einzelnen CrowdWater Spots von allen teilnehmenden Citizen Scientists Beobachtungen eingegeben werden können, kann innerhalb einer Zeitreihe eine hohe Beobachtungsfrequenz erzielt werden, ohne dass unbedingt eine einzelne Person häufige Beobachtungen durchführen muss. Die räumliche Datenerhebung ist insbesondere für Grössen wertvoll, die über kurze Distanzen stark variieren können. Über die CrowdWater App können virtuelle Messstellen mithilfe von GPS und Fotos eingerichtet werden. An diesen «Spots» können hydrologische Grössen gemessen werden. Wiederholte Messungen am gleichen Spot führen zu Zeitreihen, welche für hydrologische Modellierungen verwendet werden können. Die gesammelten Daten werden anschliessend auf der CrowdWater Homepage publiziert und stehen allen Interessierten zur Verfügung (Open Data).
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- Zoom
- Beobachtungen von Februar 2017 bis 19. Oktober 2020. QR–Code: www.spotteron.com/crowdwater
Aktualisierter Datenstand vom 03.03.2026
- Alle Beiträge: 65'719
- Alle Länder: 89
- Individuelle Standorte: 11'517
Nebst der Datenerhebung können Citizen Scientists auch bei der Datenüberprüfung mithelfen: Spielt man das CrowdWater Spiel, unterstützt man die Qualitätskontrolle. Mehr Informationen zur App und zum Spiel findest du weiter unten unter CrowdWater App.
Welche Daten werden erfasst? Wofür kann man sie brauchen?
Die Erfassung verschiedenster Daten in der CrowdWater App hilft, problematische Veränderungen frühzeitig zu erkennen und entsprechende Massnahmen zu ergreifen.
Damit kann sich die Gesellschaft besser auf Ereignisse wie Hochwasser oder Trockenheit vorbereiten, rechtzeitig auf solche Extremereignisse reagieren und sich auf langfristige Veränderungen der hydrologischen Bedingungen einstellen.
CrowdWater App
Experimentell: Mit der CrowdWater App
- Lade die CrowdWater App herunter und erstelle einen Account.
- Navigiere auf der Karte zum Campus Irchel. Natürlich kannst du die Suchfunktion verwenden.
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Du findest auf dem Campus Spots verschiedener Kategorien. Beispielsweise gibt es am Teich gleich vor dem Science Pavilion UZH einen Bodenfeuchte-Spot und etwas weiter oben, dem Bach entlang, zwei von der Kategorie «Trockenfallender Bach». Du siehst die Standorte auch auf der Karte "CrowdWater Standorte Irchel Campus".
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Tippe den Spot an, bei dem du eine Messung hinzufügen möchtest. Geh hinaus und finde den Spot, indem du dich an den Bildern in der App orientierst. Sie zeigen dir, wo genau sich die Messstelle befindet.
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Auf mittlerer Höhe des Bildschirms findest du ein weisses Plus auf blauem Grund. Tippe es an.
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Über die Schaltfläche mit der Kamera kannst du ein Foto von der Messstelle hinzufügen.
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Nun kannst du eine neue Messung erfassen: Je nach Kategorie schätzt du ab, wie feucht der Boden ist oder in welchem Zustand sich der trockenfallende Bach befindet.
Tippe dafür auf die passende Schaltfläche. -
Vergiss nicht, die Messung am Schluss zu speichern.
DANKE FÜR DEINE ERSTE BEOBACHTUNG! Viele weitere CrowdWater Spots warten auf dich. Viel Spass beim Sammeln der Daten!
Spielerisch: Mit dem CrowdWater Spiel
Die Citizen Scientists vergleichen im Spiel jeweils ein Update-Bild mit dem zugehörigen Referenzbild und schätzen die Wasserstandsklasse ab. Da der Durchschnitt vieler Menschen häufig richtiger liegt als einzelne Beobachtungswerte, kann so die tatsächliche Wasserstandsklasse überprüft werden. Damit können Fehler in den erhobenen Zeitreihen ausgebügelt werden.
Jeden Monat gibt es im CrowdWater Spiel tolle Preise zu gewinnen. Mach mit! Unter dem links stehenden QR-Code findest Du alle Infos.

- QR-Code: cwgame.spotteron.net/championship
Die Forschenden
CrowdWater wird durch Prof. Jan Seibert und Dr. Ilja van Meerveld geleitet. Beide sind in der Gruppe Hydrologie & Klima am Geographischen Institut der UZH tätig. Finanziert wird das Projekt vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung.
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- Zoom
- Forschung ist Teamwork – auch in der Hydrologie
CrowdWater entwickelt sich – lokal und global
Die Methodik und insbesondere die App wird laufend verbessert und erweitert. Aktuelle Fragestellungen in CrowdWater beschäftigen sich mit der Dynamik trockenfallender Bäche und der Wasserqualität. Dazu werden auf der ganzen Welt Daten durch Citizen Scientists gesammelt. An der UZH liegt der Fokus der CrowdWater Beobachtungen v.a. auf der Schweiz, aber CrowdWater wird auch global genutzt: In Chile sammelt beispielsweise eine Gruppe der indigenen Mapuche im Rahmen eines dortigen Forschungsprojekts mit Hilfe der CrowdWater App Daten über den Fluss, der ihre Lebensader ist. Kirgisische Forschende sammeln Wasserstandsdaten mit CrowdWater und schaffen so eine Datengrundlage für ihr Land. Und auch in der europäischen Nachbarschaft wird CrowdWater rege verwendet: Ausgehend von Leiden ist in den Niederlanden eine Bewegung entstanden, die Plastikverschmutzung in den Grachten verschiedener Städte mit CrowdWater zu beobachten.
Zukunftsblick
Lokal und global
Crowdwater Entwickelt sich ständig weiter
Die Methodik und insbesondere die App wird laufend verbessert und erweitert. Aktuelle Fragestellungen in CrowdWater beschäftigen sich mit der Dynamik trockenfallender Bäche und der Wasserqualität. Dazu werden auf der ganzen Welt Daten durch Citizen Scientists gesammelt. An der UZH liegt der Fokus der CrowdWater Beobachtungen v.a. auf der Schweiz, aber CrowdWater wird auch global genutzt: In Chile sammelt beispielsweise eine Gruppe der indigenen Mapuche im Rahmen eines dortigen Forschungsprojekts mit Hilfe der CrowdWater App Daten über den Fluss, der ihre Lebensader ist. Kirgisische Forschende sammeln Wasserstandsdaten mit CrowdWater und schaffen so eine Datengrundlage für ihr Land. Und auch in der europäischen Nachbarschaft wird CrowdWater rege verwendet: Ausgehend von Leiden ist in den Niederlanden eine Bewegung entstanden, die Plastikverschmutzung in den Grachten verschiedener Städte mit CrowdWater zu beobachten.

